Sofia, Bulgarien. Ein Theaterstück in englischer Sprache.
Auf der Bühne – ein Mann, eine Frau.
Ein Theaterstück für Erwachsene, und ich, ein Kind, 7 oder 8, verstand kein Wort, war aber so gebannt, beeindruckt, dass ich es mir noch zwei weitere Male ansah.
Ohne ein Wort zu verstehen, hatte mich etwas erreicht.
Ich sehe Kunst und Traum als wesensverwandt.
Der Prozess der Kreation gleicht einem wachen Träumen.
Eine Begegnung mit dem Unbewussten. Der Blick in einen weiteren Raum.
Theater kann sensibilisieren – die eigene blinde Seite sichtbarer machen.
Sehen, dass man nicht sieht, auf jeden Fall nicht alles sieht…. schlafwandelt.
Die Weitung des Blickes heißt auch Muster des Denkens, Wahrnehmens und Fühlens zu hinterfragen. Freier denken. Die Zerbrechlichkeit des Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.
Die Theateraufführung als ein Gegenüber, ein Anderer, der dich anblickt und manches Mal sagt Ich bin du.
Der magische Augenblick ist für mich ein Augenblick des erlebten Kontaktes.
Ein Moment, da man nicht Konsument ist, nicht Tourist, sondern Erlebender.
Theater kann Vorhänge öffnen.
