Jana Polasek

Das Theater ist mit seinen einfachen Mitteln in der Lage, die Grenzen der Wirklichkeit, von der wir erzählen wollen, zu überschreiten und zu sprengen. Menschen, die sterben, können wiederkommen und mit uns sprechen. Menschen können nebeneinander stehen und sich nicht sehen. Wenn einer einen anderen verführen will, dämpft er mit einem Fingerzeig das Licht und lässt Violinen aufspielen. Man darf dirigieren, was sich sonst wenig dirigieren lässt: das Leben. Auf die darstellerische Unmöglichkeit, unsere Welt auf der Bühne zu bebildern, können wir im Theater darstellerisch und mit eigenen Bildern reagieren. Wir können kein Erdbeben und keinen Wald im Frühling zeigen, wir können nur mit Zeichen, die jeder versteht, davon erzählen. Das ist es, was uns am meisten fasziniert: Wir brauchen fast nichts dafür.